Clavichord

Das erste besaitete Tasteninstrument, das ich baute, war ein Clavichord. Das Clavichord ist ein altes Instrument, das es schon im frühen 14. Jahrhunderts gab. Während des Barocks war es das populärste Instrument. Organisten und Cembalisten kamen kaum ohne ein Clavichord aus. Gerade auf dem Clavichord kann man einen verfeinerten Anschlag entwickeln. Das Clavichord hat einen Spielcharakter, der sich durch eine gewisse Leichtigkeit und einen stillen Klang auszeichnet, wenigstens im Vergleich zum Cembalo oder einem Klavier. Wenn jemand ein Clavichord in einem Zimmer, wird sich kaum jemand daran stören. Das Clavichord ist das einzige Instrument aus der Barockzeit, dessen Seiten man lauter oder leiser erklingen lassen kann, indem man die Tasten stärker oder schwächer anschlägt – so wie dies auch bei einem Klavier Fall ist. Im Folgenden kurze Beschreibungen von Instrumenten, die ich gebaut habe.

Bundfreies Clavichord gebaut am Beispiel von Hoffmann 1784

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Dieses Instrument eignet sich sehr gut für Musik von Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Zeitgenossen, wegen seiner Tastenumvang und weil es ein ungebundenes Clavichord ist.
Aber Musik von Johan Sebastiaan Bach klingt auch gut.

Manual: FF-f’’'
Dimensionen: 173 x 47 x 15 cm.
Gehause: Eiche und Nusbaum

 

Clavichord nach Anders Wahlstrom 1732

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Dieses Clavichord ist ein Reiseclavichord.

Tastaturumfang: C-H frei, c°-c''' gebunden
Gehäuse: Eiche, Länge 117 cm
Tastatur: Die Tastatur ist aus Linde mit Tastenbelag aus Buchsbaum, die Obertasten  aus Goldregen-Holz mit Tastenbelag aus Ebenholz

Das Instrument ist doppelchörig besaitet, d. h. jede Taste lässt zwei Saiten auf derselben Tonhöhe erklingen. Bei der gebundenen Besaitung ab c° teilen sich die Obertasten die Saiten mit den jeweiligen Untertasten.

Clavichord nach Hubert 1784

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Dies ist eine Kopie eines Instruments Cristian G. Huberts. Hubert war ein Orgel- und Instrumentenmacher. Er änderte einige Details der Konstruktion unter anderem um die Spielweise zu verbessern. So platzierte er z. B. den Waagebalken an der linken Seite etwas nach hinten, wodurch der Anschlag im Diskant dem Anschlag im Bass gleicht. Auch baute er die hintere Tastenführung geräuschloser als dies bei barocken Clavichorden der Fall war.


Tastaturumfang: C-f''', C-dis° frei, e°-f''' gebunden
Gehäuse: einheimischer Kirschbaum, Länge 130 cm
Tastatur: Die Untertasten sind aus Ebenholz, die Obertasten aus Birne mit Knochen belegt

Das Instrument ist doppelchörig besaitet.



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